Achenbach Hagemeier

Press Release

Pressemittelung März 2016

David Achenbach Projects  
Presents

We’ve Been Hiding Too Long

Kenneth Alme / Jens Einhorn / Max Frintrop / Luc Fuller /  Manor Grunewald /  Chris Hood /
Talisa Lallai /  Tiziano Martini / Peter Müller / Angel Otero / Tobias Rehberger /
Michael Riedel /  Iris Touliatou


9. April – 1. Mai 2016
Opening 9. April 2016, 15 – 20 Uhr
Geöffnet an Wochenenden von 12 – 18 Uhr und nach Vereinbarung
 

Der Space

Mit der Ausstellung „WE’VE BEEN HIDING TOO LONG” freuen sich David Achenbach und Anna Hagemeier ihren neuen Ausstellungsraum „David Achenbach Projects“ erstmalig gemeinsam zu eröffnen. Nachdem 2014 der erfolgreiche Auftakt der „David Achenbach Projects“ Reihe in Düsseldorf startete, ist nun ein innovativer Raum für künstlerischen Austausch im Bergischen Land – genauer gesagt in Wuppertal – entstanden, in dem mehrmals jährlich Einzel- und Gruppenausstellungen stattfinden werden. Achenbach und Hagemeier – die seit 2015 mit Achenbach zusammen arbeitet und Mitgründerin der “David Achenbach Projects“ ist – haben auf der Suche nach etwas Besonderem für Ihre Projekte Räumlichkeiten in einem großzügigen Altbau mit weitläufiger Außenfläche gewählt. So können erstmalig nicht nur Malereien, Fotografien und Installationen, sondern auch Außenskulpturen gezeigt werden. Aufgrund dessen fiel den beiden in Düsseldorf geborenen Gründern die Entscheidung nicht schwer ins Bergische Land umzusiedeln, um Raum für kreative Ideen und Projekte zu schaffen.

Für die zweite Ausstellung stellt “David Achenbach Projects“ Werke von dreizehn Künstlerinnen und Künstlern aus. Die Show, die sich über zwei Etagen und einen Außenbereich erstreckt, reicht von etablierten Positionen der Gegenwartskunst bis hin zu jungen aufstrebenden Künstlern. Bei Betrachtung der Künstlerliste wird deutlich, worin das Bestreben der Betreiber und ihres Projektes liegt: „Wir zeigen in erster Linie Positionen die uns persönlich begeistern und die international diskutiert werden. So soll ein fruchtbarer Austausch zwischen Künstlern, Galeristen, Sammlern und Kunstliebhabern unterschiedlicher Generationen entstehen. Denn nur gemeinsam kann man etwas bewegen“,  sagen Achenbach und Hagemeier.

Die Künstler

Der Norweger Kenneth Alme (1981) spielt mit Materialien und deren Funktionen, indem er in einem empfindlichen Schaffensprozess auf unbehandelten und noch nicht aufgespannten Leinwänden mit verdünnter Ölfarbe arbeitet. Er lässt der Farbe und dem Material Raum für Veränderung, wodurch ein spannungsvoller Prozess entsteht der das Resultat nie ganz kontrollierbar macht. Im Herbst werden seine Arbeiten bei Rod Barton in Brüssel zu sehen sein.

Die Werke von Jens Einhorn (1980), einem Meisterschüler von Tal R, lassen den Eindruck einer urbanen Zerrissenheit entstehen. Unlängst entwickelte Einhorn eine Technik für seine Arbeiten, die von Strukturen und Materialcollagen geprägt ist, gleichzeitig aber auch grobe Bearbeitung erkennen lässt. Auch die Strömung der Arte Povera aus der italienischen Nachkriegszeit könnte eine Inspirationsquelle für die neusten Arbeiten des Künstler gewesen sein, in denen er verschiedenste Alltagsgegenstände mit der Leinwand verschmelzen lässt. 2015 präsentierte er seine Werke bei Duve Berlin in einer Einzelausstellung.

Der Maler Max Frintrop (1982) schloss 2009 als Meisterschüler an der Kunstakademie Düsseldorf ab. Typisch für seine Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit der räumlichen Wirkung von Malerei, die erlebbar wird durch die Unmittelbarkeit des Duktus während der Ausführung mit einem Überdimensionierten Pinsel und eine genaue Farbentscheidung. Im Mai 2016 wird er mit einer Einzelausstellung bei Lyles & King in New York zu sehen sein.

Luc Fuller (1989) setzt seine Kunst ein, um kulturelle Zusammenhänge, die Vermischung von Sub- und Hochkulturen sowie die Bedeutungszusammenhänge von Symbolen, Arrangements und Ausstellungsformalien zu erforschen. Er hinterfragt klassische Themen der Installation, Materialität und des Raumes, indem er stellenweise die Beziehung zwischen Bild und Betrachter demokratisiert. Zuletzt zeigte der Galerist Rod Barton seine Arbeiten Anfang 2016 in einer Solo Show in Brüssel.

Manor Grunewalds (1985) Arbeiten beschäftigen sich mit dem Bild im Zeitalter der Digitalisierung. Seine Arbeiten befinden sich an der Grenze zwischen grafischem Druck und manueller Malerei. Druck und Künstlergeste sind schlussendlich nicht mehr voneinander zu trennen, und es entsteht eine völlig neue, in sich geschlossene Bildkomposition. Parallel zur Ausstellung bei „David Achenbach Projects“ sind weitere Arbeiten bei der Galerie Berthold Pott in Köln in einer Einzelausstellung zu sehen.

Der in New York arbeitende Künstler Chris Hood (1984) beginnt bei der Bearbeitung seiner unbehandelten Leinwände mit der Rückseite. Er trägt punktuell Cartoons auf, die typisch für seine „back-to-front Paintings“ sind. Er übermalt seine Cartoon-Charaktere anschließend großzügig mit verschieden stark verdünnter Ölfarbe, so dass sich die Farben durch die Leinwand hindurch saugen und auf der anderen Seite der Leinwand erscheinen. In seinen Werken trifft Kontrolle auf Chaos, Tradition auf Innovation. Seine Arbeiten sind 2016 in einer Solo Ausstellung bei der Galerie MIER in Los Angeles zu sehen.

Die Fotografin Talisa Lallai (1989) ist eine der jüngsten Positionen der Show. Erst im Februar dieses Jahres hat sie die Düsseldorfer Kunstakademie als Meisterschülerin von Rebecca Warren verlassen und bereits 2015 eine große Einzelausstellung bei der Galerie BolteLang in Zürich präsentiert. Ihre Fotografien haben eine ruhige, fast meditative Wirkung und erzählen von einer undefinierbaren Sehnsucht, indem sie nostalgische Motive und südländische Landschaften auf eine äußerst ästhetische Art und Weise abbilden.

Tiziano Martini (1983) bedeckt zunächst die feuchte Farbe mit Plastikfolie, die nach dem Trocknungsprozess stellenweise abgerissen wird. Er bricht mit der gestischen Kontinuität des kreativen Aktes, indem er mit Techniken und Materialien in seinen mehrphasigen Arbeiten experimentiert. So erhalten seine Arbeiten eine zusätzliche Struktur und Tiefe, die sich der Planbarkeit völlig entzieht. Aktuell zeigt Martini seine Arbeiten unter anderem bei Studio La Cittá in Verona, Italien.

Der in Polen geborene Bildhauer Peter Müller (1981), ehemaliger Meisterschüler von Tony Cragg an der Kunstakademie Düsseldorf, weicht mit seinen Skulpturen der bekannten Interpretation der Plastik aus und verleiht den Dingen eine neue Materialästhetik. Seine Arbeiten waren zuletzt in einer Einzelausstellung der Galerie Ampersand in Köln zu sehen.

Der international bekannte Puerto Ricaner Angel Otero (1981) schafft mit einer von ihm entwickelten, speziellen Technik Kunstwerke aus starken materiellen Strukturen, die eine stoffliche Anmutung haben. Er wird 2016 im Contemporary Arts Museum in Houston ausstellen.

Iris Touliatous (1981) neue Werkserie von 2016 erforscht – bestehend aus Skulpturen aus synthetischen Materialien, Flüssigkeiten und Harzen, sowie einer Serie aus Zeichnungen die mit einem Laser auf weißes Kautschuk geätzt wurden – neue Wege und Bedeutungen des menschlichen Charakters und der Identitätsbildung. Unter anderem stellt sie Ihre Arbeiten 2016 in der Onassis foundation in Athen aus.

Unter den deutschen Teilnehmern der Show sind Tobias Rehberger (1966) und Michael Riedel (1972) diejenigen, die auf die längste Künstlerkarriere zurückblicken können. Der Bildhauer und ehemaliger Prorektor der Städelschule Frankfurt Rehberger spannt einen interessanten Bogen zwischen Design und Kunst. 2016 sind Arbeiten von ihm im Kunstmuseum Lichtenstein zu sehen.

Ebenfalls an der Städelschule lernte Michael Riedel unter Hermann Nitsch sein Handwerk. Indem er auf bereits existierende Dinge zurückgreift, sie sich aneignet, sie wiederholt und dabei ein zweites Bild von ihnen erstellt, macht Riedel eine Art Appropriation Art. Aktuell hat er eine Solo Ausstellung bei David Zwirner in New York, und 2017 wird er sowohl im Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt als auch in der Kunsthalle Zürich zu sehen sein. Dort werden jeweils Einzelausstellungen mit seinen Arbeiten präsentiert.

Press release March 2016

David Achenbach Projects  
Presents

We’ve Been Hiding Too Long

Kenneth Alme / Jens Einhorn / Max Frintrop / Luc Fuller /  Manor Grunewald /  Chris Hood /
Talisa Lallai /  Tiziano Martini / Peter Müller / Angel Otero / Tobias Rehberger /
Michael Riedel /  Iris Touliatou


9 April – 1 May 2016
Opening on 9 April 2016, 3 – 8 p.m.
Open to visitors 12  – 6 p.m. at weekends and by appointment
 

The space

David Achenbach and Anna Hagemeier are proud to jointly open their new exhibition space, David Achenbach Projects, for the first time with the exhibition WE’VE BEEN HIDING TOO LONG. Following the successful launch of the David Achenbach Projects series in Düsseldorf in 2014, an innovative space for artistic exchange has now been created in the Bergisches Land region – specifically, in Wuppertal – which will host several solo and group exhibitions in the course of each year. Looking for something special for their projects, Achenbach and Hagemeier – who has been working with Achenbach since 2015 and co-founded David Achenbach Projects – have chosen premises in a generously proportioned older building with expansive grounds. This means that they can for the first time exhibit not only paintings, photographs and installations but outdoor sculptures as well. It was therefore not a difficult decision for the two Düsseldorf-born founders to relocate to Bergisches Land to make space for creative ideas and projects.

For this second exhibition, David Achenbach Projects is showing work by thirteen artists. Spread across two storeys and an outside area, the show ranges from established entities in contemporary art to young emerging artists. A look at the list of artists reveals what the organisers and their project are aiming at. As Achenbach and Hagemeier put it, “We first and foremost show work that we get excited about personally and that is being talked about internationally. The idea is to enable fruitful exchange to develop among artists, gallery owners, collectors and art lovers of various generations. Making a difference, after all, is a joint endeavour.”

The artists

Norwegian artist Kenneth Alme (1981) plays with materials and their functions, working with thinned oil paints on raw and as yet unstretched canvases in what is a delicate creative process. He allows the paint and the material room to change, which generates an exciting process in which the outcomes can never be completely controlled. His work will be on display at the Rod Barton gallery in Brussels this autumn.

Pieces by Jens Einhorn (1980), a member of Tal R’s master class, generate an impression of urbane fragmentation. Einhorn has recently developed a technique for his works that draws on textures and fabric collages while at the same time hinting at the forceful strokes with which they are formed. The Italian post-war movement Arte Povera might also have provided inspiration for the artist’s latest pieces, in which he blends the most varied of everyday objects into the canvas. In 2015, he showcased his work in a solo exhibition at DUVE Berlin.

Painter Max Frintrop (1982) graduated from the master class of the Kunstakademie Düsseldorf in 2009. His work is typified by engagement with the spatial effect of painting brought to life by the immediacy of the painterly line during its realisation with an oversized brush and by precise colour choice. He will be showing a solo exhibition at the Lyles & King gallery in New York in May 2016.

 

Luc Fuller (1989) uses his art to explore cultural connections, the mingling of subcultures and high culture, and the semantic links between symbols, arrangements and exhibition formalities. He questions the traditional issues of installation, materiality and space by democratising the relationship between the image and the observer. Most recently, his work was shown by Rod Barton in a solo show at the latter’s Brussels gallery in early 2016.

The work of Manor Grunewald (1985) is concerned with the image in the era of digitisation. His pieces reside on the border between graphic printing and manual painting. It is ultimately impossible to distinguish between print elements and the artist’s gestures, and a completely new, self-contained composition is the result. Concurrently with the exhibition at David Achenbach Projects, other pieces by Grunewald can be seen in a solo show at the Berthold Pott gallery in Cologne.

New York-based artist Chris Hood (1984) starts work on the back of his canvases, selectively placing the cartoons typical of his 'back-to-front paintings'. He then generously applies oil paint thinned to varying degrees over the top of his cartoon characters; the colours soak through the canvas and appear on the other side. His pieces are meeting points of control and chaos, tradition and innovation. In 2016, his work is on display in a solo exhibition at the MIER gallery in Los Angeles.

Photographer Talisa Lallai (1989) is one of the youngest artists in the show. It was only in February this year that she left the Kunstakademie Düsseldorf and Rebecca Warren's master class there, and she has already presented a major solo exhibition, at the BolteLang gallery in Zurich in 2015. Her photographs have a calming, almost meditative effect and speak of an indefinable yearning with their extremely aesthetic depiction of nostalgic motifs and Mediterranean landscapes.

Tiziano Martini (1983) initially covers his wet paint with plastic foil. Once it is dry, he then tears parts of the foil off again. He breaks with the continuity of the creative act by experimenting with techniques and materials in the multiple stages of his process. This lends his pieces additional texture and depth which is entirely divorced from the realms of what can be planned. Martini’s current exhibitions include a show at Studio La Cittá in Verona.

The work of Polish-born sculptor Peter Müller (1981), formerly of Tony Cragg’s master class at the Kunstakademie Düsseldorf, escapes the familiar interpretations of sculpture and imbues objects and materials with fresh aesthetic appeal. Several pieces of his were recently shown in a solo exhibition at the Ampersand gallery in Cologne.

Using a distinctive technique he developed himself, the internationally renowned Angel Otero (1981) of Puerto Rico create works of art that have a substantial presence. He is exhibiting his work at the Contemporary Arts Museum in Houston in 2016.

The new series that Iris Touliatou (1981) is working with in 2016 – sculptures created from synthetic materials, liquids and resins, as well as a set of drawings etched into white rubber with a laser – explores new journeys and meanings in the human character and the development of identities. Her exhibitions in 2016 include a show at the Onassis foundation in Athens.

Of the German participants in the show, Tobias Rehberger (1966) and Michael Riedel (1972) can look back on the longest artistic careers. Rehberger, a sculptor and professor of the Städelschule art academy in Frankfurt, walks an interesting line straddling the spheres of design and art. A number of his pieces are on display at the Kunstmuseum Liechtenstein in 2016.

Michael Riedel learned his craft under Hermann Nitsch, also at the Städelschule. Drawing on pre-existing objects, making them his own and repeating them to create a second image of them, Riedel produces a kind of appropriation art. He currently has a solo exhibition at the David Zwirner gallery in New York and will be showing his art at the Museum Angewandte Kunst in Frankfurt and the Kunsthalle gallery in Zürich in the course of 2017, also in solo exhibitions.