Achenbach Hagemeier

Press Release

Pressemitteilung September 2020

ACHENBACH HAGEMEIER
präsentiert 

Corey Mason: Rising into the sun

11. September 2020 – 18. Oktober 2020

Gesonderte Öffnungszeiten während des Gallery Weekend Berlin:
Eröffnung am Freitag, 11.09. von 12-19 Uhr
Samstag, 12.09. von 12-19 Uhr
Sonntag, 13.09. von 12-19 Uhr

Achenbach Hagemeier freut sich außerordentlich auf die Einzelausstellung „Corey Mason: Rising into the sun“ des US-amerikanischen Künstlers Corey Mason. Nach zwei Einzelausstellungen in Düsseldorf und Marfa, Texas ist dies die erste Präsentation Masons neuen Arbeiten in Berlin.

Die Hoffnung nicht verlieren. Das ist wichtig in diesen Tagen. Während bei uns in Deutschland und Europa bereits für eine gewisse Zeit so etwas wie Normalität zurückkehrte, müssen die Menschen in den USA und in vielen weiteren Regionen der Welt weiter kämpfen und die Hoffnung nicht aufgeben. Die Ausstellung war ursprünglich für April geplant und bereits fertiggestellt, als mit Verzögerung auch in den USA der lockdown, die Selbstisolation kam. Corey Mason, der gebürtig aus Texas stammt und mit seiner Familie seit einiger Zeit in Raleigh, North Carolina lebt, verbrachte die vergangenen Wochen und Monate – wie die meisten Menschen – zu Hause. Eine schwierige und herausfordernde Zeit. Eine Zeit zum Nachdenken, Reflektieren und Hoffen.

Zweifel kommen auf – ist das was ich tue wirklich das Richtige? Bin ich zufrieden mit dem was ich tue? Für Mason war die Antwort ein klares „Ja“. Aber für die Eröffnung im September musste ein neues Werk geschaffen werden. Die vorbereitete Ausstellung passte nicht mehr zur gegenwärtigen Stimmung und Mason brauchte etwas Neues und Hoffnungsvolles für sich selbst, seine Familie und für das Publikum, das diese Bilder sehen soll.

Corey Mason hat in den letzten zehn Jahren Arbeiten in den Bereichen Zeichnung, Malerei und Skulptur geschaffen. Und seit kurzem ist der Siebdruck Masons gewünschtes Mittel der Praxis, um seine Botschaft der Hoffnung und Heilung nach außen zu tragen. „Leaf paintings“ nennt Mason seine neuen Arbeiten. Bereits 2018 entdeckte er das Blättermotiv für sich. Es erinnert ihn an seine frühe Kindheit, als er noch in Texas lebte und sein Taschengeld mit Gartenarbeiten in der Nachbarschaft aufbesserte. Im Lockdown bearbeitete er das Motiv neu und malte zunächst zu Hause auf dem iPad. Aufgrund der gegenwärtigen Lage war ein Aufenthalt im Atelier nicht möglich, sodass die Bilder zunächst digital entstanden und erst später – als es die Situation vor Ort endlich zuließ – von ihm selbst in analoge Siebdruckvorlagen umgewandelt wurden konnten. Für ihn ein Akt der Befreiung und des Selbstwerdens.
Auch die Hinter- oder besser Untergründe der Leinwände sind digitalen Ursprungs. Es sind Bilder aus dem Internet. Bilder von dem Tennisspieler Stan Smith bei den US-Open – Tennis als einer der wenigen Sportarten, die auch während Covid-19 praktiziert werden konnten und für Mason metaphorisch für die Selbstisolation steht. Aber auch Lippen, Münder, Körper oder Autofelgen sind in Form von ausgedruckten Bildern als Hintergründe zu erkennen.

Hoffnung, Farbe, Licht, Schlichtheit und Klarheit sind die zentralen Elemente der neuen Werke. Ehrlich nennt sie Mason. Die Malerei ist die Praxis, die seit Anbeginn der Menschheit angewendet wird. Der Siebdruck ist die neuere Erfindung und als Medium vordringlich in der Textil- und Werbeindustrie beheimatet. Drucktechniken sind und waren aber auch immer Bestandteil der bildenden Kunst, denkt man beispielsweise an Lithografien von Toulouse-Lautrec oder Siebdrucke von Andy Warhol. Während es bei diesem bunte Blumen waren, sind es bei Mason weiße, blaue und schwarze Blätter. Blätter wie die Tabakblätter, die heute noch viele Farmen in North Carolina umgeben. Blätter, über die man bei Waldspaziergängen mit der Familie lief. Blätter die im Garten herumliegen. (Papier-)Blätter der Kinder, die auf dem Boden gemalt haben und nun zerstreut im Atelierkeller liegen.

Masons Blätter sind abstrakt. Es gibt Größere, die an Korallen erinnern, mal Kleinere, die dann fast kreisrund an Punkte oder Kleckse erinnern. Seine Blauen Arbeiten sind „wie der Himmel über North Carolina, blau wie der Atlantik, den die Familie Mason an Tagesausflügen besuchte, blau wie die Blumen im Vorgarten.“[1]

„Diese Farbe macht für das Auge eine sonderbare und fast unaussprechliche Wirkung. Sie ist als Farbe eine Energie; allein sie steht auf der negativen Seite und ist in ihrer höchsten Reinheit gleichsam ein reizendes Nichts. Es ist etwas Widersprechendes von Reiz und Ruhe im Anblick.“[2]

Die Blätter wiederholen sich. Sind es immer die gleichen Formen? Wiederholungsmoment als Eigenschaft des Siebdruckverfahrens gleichermaßen wie die Tage im lockdown. Digitale Bildprozesse – sei es die mediale Verbreitung, die Übertragung von Tennismatchen, oder die Herstellung von Motiven am iPad – transformiert Mason mit analogen Techniken in zugleich abstrakte wie gegenständliche Malerei: „Es ist etwas Widersprechendes von Reiz und Ruhe im Anblick.“

Die neuen Arbeiten von Corey Mason laden zur eigenen Interpretation und Konversation ein. Kunstgeschichte ist bei seinen Arbeiten immer präsent. Der Bezug zur Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zeigt sich im Abstrakten und seiner Auseinandersetzung damit. Jetzt ist es die Gegenwart, die ihn beschäftigt und ihn auf eine bessere Zukunft hoffen lässt.


 

Paul Jansen

[1] Peter Gregory im Gespräch mit Corey Mason.

[2] Johann Wolfgang von Goethe, Zur Farbenlehre, Paragraph 779.

Press Release September 2020

ACHENBACH HAGEMEIER
presents 

Corey Mason: Rising into the sun

11 September – 18 October, 2020

Special opening hours during Gallery Weekend Berlin:
Opening on Friday, 11 September 12-7 pm 
Saturday, 12 September 12-7 pm
Sunday, 13 September 12-7 pm

Achenbach Hagemeier is delighted to present the solo exhibition Corey Mason: Rising into the sun by the US artist Corey Mason. After two solo exhibitions in Düsseldorf and Marfa, Texas, this is the first presentation of Mason’s new works in Berlin.

Not losing hope. That is important these days. While here in Germany and Europe something a little like normality has already resumed, people in the USA and in many other regions of the world must continue to fight and not give up hope.
The exhibition was originally planned for April and had already been completed when the USA then joined us in lockdown. Corey Mason, who was born in Texas and has lived in Raleigh, North Carolina with his family for some time, spent the past weeks and months—like most people—at home. A difficult and challenging time. A time for reflection, contemplation, and hope. Doubts arise—is what I am doing really the right thing? Am I satisfied with what I am doing? For Mason, the answer was a resounding yes.
But a new work needed to be created for the opening in September. The exhibition that had been prepared was no longer suitable for the current mood and Mason needed something new and hopeful for himself, his family, and for the audience that would see these paintings.

For ten years, Corey Mason has been creating drawings, paintings, and sculptures, but silkscreen printing has recently become his favorite medium to carry his message of hope and healing to the outside world. Mason calls his new works Leaf paintings. He came up with the idea for his leaf motif back in 2018. It reminds him of his early childhood, when he still lived in Texas and would supplement his pocket money by gardening in the neighborhood. He reworked the motif during lockdown and began painting at home on an iPad. The current situation meant that working in the studio was impossible, so the pictures were initially created digitally and he was only able to transform them into analog silkscreen printing templates later, when the situation on the ground finally permitted it. For him, this was an act of liberation and self-realization.
The backgrounds—or rather the grounds of the canvases—are also of digital origin. They are images from the internet. Images of the tennis player Stan Smith at the US Open—tennis was one of the few sports that could still be practiced during Covid-19, and for Mason it is a metaphor for self-isolation. But his backgrounds can also be identified as printed images of lips, mouths, bodies, and car rims.

Hope, color, light, simplicity, and clarity are central elements of Mason’s new works, which he refers to as honest.
Painting is the practice that has been used since the beginning of humankind, while silkscreen printing is a more recent invention. As a medium it is primarily native to the textile and advertising industry, though printing techniques are and have always been part of the visual arts, such as the lithographs of Toulouse-Lautrec or the silkscreen prints of Andy Warhol. While the latter’s prints were of colorful flowers, Mason’s are of white, blue, and black leaves. Leaves like the tobacco leaves that still surround many farms in North Carolina today. Leaves that were walked on during family walks in the forest. Leaves that are lying around the garden. Leaves (of paper), painted by children on the ground, that now lie scattered in the studio basement.
Mason’s leaves are abstract. There are larger ones reminiscent of coral, and smaller ones that are almost circular and reminiscent of dots or splotches. His blue works are “like the sky over North Carolina, blue like the Atlantic Ocean that the Mason family visited on day trips, blue like the flowers in the front garden.”[1]

“This color has a peculiar and almost indescribable effect on the eye. As a hue it is powerful, but it is on the negative side, and in its highest purity is, as it were, a stimulating negation. Its appearance then, is a kind of contradiction between excitement and repose.”[2]

 

The leaves repeat themselves. Are they always the same shapes? This element of repetition is both a characteristic of the screen printing process and of the days in lockdown. Mason uses analog techniques to transform digital image processes—whether media dissemination, the broadcasting of tennis matches, or the creation of motifs on an iPad—into abstract yet representational paintings: “Its appearance then, is a kind of contradiction between excitement and repose.”

Corey Mason’s new works invite their own interpretation and discussion. Art history is ever present in his works. The reference to the past, present, and future is revealed in the abstract and his exploration of it. Now it is the present that is his focus and gives him hope for a better future.

 

Paul Jansen

[1] Peter Gregory in conversation with Corey Mason.

[2] Johann Wolfgang von Goethe, Zur Farbenlehre (Theory of Colors), paragraph 779.